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Aktuelles aus der Schule

Die Menschen dem Vergessen entreißen

icon.crdate06.03.2026

Vortrag am GGW stellt Geschichte und Verfolgung von Sinti und Roma vor

Vortrag am GGW stellt Geschichte und Verfolgung von Sinti und Roma vor

Von der Sklaverei in Amerika haben die meisten Menschen wohl gehört. Dass es aber auch in Europa noch im 19. Jahrhundert Sklaverei gab, erfuhren die Neuntklässler des GGW in einem Vortrag an der Schule. Lehrer Michael Mattes, der auch die AG Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage leitet, hatte einen Vortrag mit Franz-Elias Schneck organisiert, der die kaum bekannte Geschichte der Sinti und Roma vorstellte. Schneck studiert in Tübingen empirische Kulturwissenschaft im Master und ist familiär mit Deilingen-Delkhofen verbunden. Schneck, selbst Sinto, arbeitet an einem Buch über die Verfolgungsgeschichte seiner Familie und wurde von Brigitta Marquart-Schad mit dem GGW bekannt gemacht.

Die Schüler konnten im Vortrag viel über die Geschichte, Sprache und Kultur der Sinti und Roma erfahren. Diese war die meiste Zeit von Ausgrenzung und Verfolgung geprägt. Beide Völker stammen ursprünglich aus dem Norden des heutigen Indien und aus Pakistan und wanderten im Mittelalter nach Europa ein. Im römisch-deutschen Kaiserreich wurden sie für vogelfrei erklärt, was bedeutete, dass sie von jedermann ungestraft getötet werden konnten. In den rumänischen Fürstentümern wurden sie bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein sogar als Sklaven gehalten und wie Ware gehandelt – ein Umstand, der fast in Vergessenheit geraten ist und erst in jüngster Zeit aufgearbeitet wird. Im 20. Jahrhundert schließlich wurden mehrere Hunderttausend Sinti und Roma Opfer des Völkermords der Nazis. Die genaue Zahl kann nur geschätzt werden.

Für Schneck ist dies die Geschichte seiner Familie und damit seine Geschichte. Kreszentia Schneck und weitere Angehörige wurden 1943 in Auschwitz ermordet worden. Seine Großeltern entgingen in den letzten Kriegstagen der Deportation und damit dem Tod im letzten Augenblick, als die Franzosen in Deilingen ankamen.

Schneck engagiert sich seit Jahren für das Gedenken an die verfolgten Sinti. Damit möchte er dazu beitragen, die Deutungshoheit über die Geschichte seines Volkes zu erringen. Und diese gehört auch zu unserer Region. Es kann als gesichert gelten, dass es in den KZ Dautmergen und Schömberg auch Sinti und Roma gab. Die genaue Zahl ist allerdings auch hier unbekannt, da die Menschen in der Regel nach ihren Herkunftsländern eingeteilt waren.

Und auch nach dem Zweiten Weltkrieg hatten Sinti, auch in Schnecks Familie, mit fortwirkenden rassistischen Drangsalierungen zu kämpfen. Dies aufzuarbeiten und zu verhindern, dass es weiterhin geschieht, ist der Sinn von Gedenken. Vorträge dieser Art verdeutlichen darüber hinaus die menschliche und regionale Seite des Gedenkens.

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